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Die Geschichte über Paintball – wie alles mit Kühen begann

Aus Smoky's Playground

Paintball entstand ursprünglich nicht als Spiel und war damals auch nicht einmal als Sport angedacht. Paintball entstand in den 1970er Jahren durch das amerikanische Forstwesen und das Landwirtschaftsamt. Die Markierer wurden damals zum Kennzeichnen von Bäumen zu Forschungszwecken und zur Planung von Wanderwegen verwendet. Landwirte und Viehzüchter verwendeten diese wiederum zum Markieren ihrer Rinder. Aber wie das eben so ist mit dem „Kind im Mann“ begannen diese Landwirte und Förster irgendwann einmal damit, sich gegenseitig zu markieren und hatten offensichtlich großen Spaß dabei … im Grunde so ähnlich wie eine Essens- oder Schneeballschlacht. Eine Sache ergab die andere und so entstand der Sport Paintball.

1971 entwickelte James Hale von der Daisy Manufacturing Company den ersten echten Markierer und ließ diesen auch sofort patentieren; genau so ein Modell, wie es später zum Paintball spielen verwendet werden sollte. Allerdings kam es erst 1981 in New Hampshire zum großen Durchbruch. Die Gründungsväter und Hauptentwickler des Spielformates und der ersten richtigen Paintball Markierer waren damals Bob Gurnsey, ein Sportartikel Händler und Hayes Noel ein Aktienbroker.

Im Juni 1981 fanden sich 12 Personen zusammen, um mit den Baum Markierern ein Spiel namens „capture the flag“ zu spielen. Dieses Spielformat ist auch heute noch eine der beliebtesten Varianten. Zwei Teams versuchen die Fahne des jeweils anderen Teams zu finden bzw. diese zu stehlen – gleichzeitig müssen sie allerdings die eigene Fahne bewachen. Spieler, die von einem Paintball getroffen werden, scheiden für die aktuelle Runde aus. Genau diese 12 Leute verhalfen seinerzeit dem Sport zu seiner weltweit nach wie vor ungebrochenen Popularität. Sie kauften so viele dieser Baum Markierer wie möglich und die Firma NELSON begann dann mit dem Wiederverkauf dieser an die breite Öffentlichkeit.

Aufgrund der großen Nachfrage und der schlagartigen Popularität öffnete bereits 1982 das erste Paintballfeld in Rochester, New York; die erste Halle folgte wenig später. Charles Gaines begann kurz darauf Paintball als „National Survival Game“ (NSG) zu vermarkten. So wurde Paintball damals gespielt … eine Art „jeder gegen jeden“ – also völlig anders als die heutigen Spielformate, wo Teamplay im Vordergrund steht. Noch im Jahr 1983 wurde das erste NSG Turnier veranstaltet, das eine für damalige Verhältnisse stolze Gewinnsumme von 14.000,- Dollar ausgeschrieben hatte. 1984 wurden dann die ersten Paintballfelder in Australien eröffnet und im Folgejahr starteten auch die ersten Spiele in England.

1988 wurde die IPPA (International Paintball Player Association) gegründet. Sie ist eine Non-Profit Organisation, deren Ziele schon damals die Förderung und Weiterentwicklung dieser Sportart waren und dank dieser wurden auch Fortbildungen und Sicherheitsrichtlinien eingeführt und internationalisiert.

Die NPPL (National Professional Paintball League ) eine der zwei großen Ligen der USA neben der PSP (Paintball Sports Promotion) wurde 1992 gegründet. Mit dieser Entwicklung ging es dann auch schlagartig nach oben, was die Zuwachsraten der Spieler und v.a. der Teams in den USA betraf.

Diesen Trend erkannt 1993 auch die Firma SCOTT, die damals noch Motocross Brillen anfertigte und von da an eine der ersten Firmen war, die professionelle Schutzmasken für die Spieler bereitstellte. In Europa hatte es zu dem Zeitpunkt allerdings noch keine so ausgeprägte Industrie und auch keine überregionalen Ligensysteme gegeben, was sich aber bald ändern sollte.

Die in Frankreich ansässige Firma SUP’AIR BALL brachte 1996 die ersten aufblasbaren Deckungen auf den Markt. Bis dahin wurden auf den sogenannten Speedball Feldern Autoreifen, Kunststoffrohre (mit 0,5m bis 1,5m Durchmesser), Holzpaletten o.ä. als Deckungen verwendet. Diese SUP’AIR BALL Deckungen waren damals so ein großer Erfolg, dass sie bis heute die Standard Ausstattung eines jeden Feldbetreibers und Turniers ausmachen.

Mit dem Zusammenschluss der Joy Masters (Schweden), Maxs Masters (Deutschland) und dem World Cup Toulouse (Frankreich) im Jahr 2001 zu einer neuen Liga, die bezeichnender Weise MILLENNIUM SERIES genannt wurde, wurde zugleich auch der Grundstein für eine professionelle Entwicklung des Paintballsports in Europa gelegt. Innerhalb der letzten sechs Jahre ist diese Liga zu einer internationalen Vorzeige Organisation gewachsen, die sich leicht mit der NPPL oder PSP messen kann. Austragungsorte wie das Disney Resort in Paris oder der Nürnburg Ring sind Zeugen dieser Entwicklung.

Einen weiteren Meilenstein in der noch jungen Geschichte von Paintball stellt X-BALL dar. 2002 vom damaligen PROCAPS Präsidenten Richmond Italia erfunden, startete dieses neue Spielformat einen bis dahin ungesehenen Siegeszug über die ganze Welt.

2004 folgte der MILLENNIUM SERIES noch die EASTERN EUROPEAN PAINTBALL LEAGUE kurz EEPL, welche mittlerweile als EPL Centurio geführt wird und auch Austragungsorte in Griechenland und der Türkei aufweisen kann.

Durch das internationale Engagement dieser Ligaveranstalter und mit der Unterstützung der Paintball Industrie, die mittlerweile die 600 Millionen Dollar Jahresumsatzgrenze mit Leichtigkeit gesprengt hat, ist es in den letzten 25 Jahren gelungen diesen Sport aus den Wäldern raus und in die Sportarenen auf der ganzen Welt rein zu bringen.

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